Hackschnitzel-Nahwärmeversorgung Kopenkamp

Neue Biomasse-Heizanlage im Einsatz

Im Herbst 2010 begann für die Wohnstätte Stade ein neues Zeitalter der Energieversorgung. Im Quartier Kopenkamp wurde am 01. Oktober eine automatische Holzfeuerungsanlage zur Beheizung von ca. 180 Wohnungen in Betrieb genommen. Nicht erst seit der Kopenhagener UN- Klimakonferenz im Jahr 2009 beschäftigt sich die Wohnstätte Stade intensiv mit dem Thema der Nutzung regenerativer Energien. Ziel ist es, langfristig den Energieverbrauch, insbesondere von fossilen Brennstoffen, zu senken und den Wechsel zu erneuerbaren Brennstoffen zu forcieren.

Bereits seit einigen Jahren werden durch die Wohnstätte regelmäßig Programme zur Senkung der Energiekosten umgesetzt. Neben Erneuerung der Fenster und Dämmung der Gebäudehüllen sindverstärkt auch Investitionen im Bereich der Heiztechnik getätigt worden. Nach Einbau eines Blockheizkraftwerkes, einer Geothermie-Wärmepumpe, Solar- und Photovoltaikanlagen kommt nun erstmals eine Biomasse- Heizanlage zum Einsatz.

Nach umfänglichen eigenen Recherchen wurde im Frühjahr 2009 das in Vorarlberg ansässige Ingenieurbüro Günter Längle mit Konzeption und Durchführung der Planungsleistungen beauftragt. Als Ergebnis weiterer Machbarkeitsuntersuchungen wurde die Versorgung der angeschlossenen Häuser über ein neu errichtetes Nahwärmeleitungsnetz von annähernd einem Kilometer Länge beschlossen. Dieses konnte größtenteils auf eigenen Grundstücken verlegt werden, zur Querung der Straßen wurde geringfügig öffentliche Fläche in Anspruch genommen. Nach einem Ausschreibungsverfahren in Deutschland, Österreich und der Schweiz wurde die Fa. Mawera aus Hard in Österreich mit der Errichtung des Kessels beauftragt.

Die Beheizung erfolgt über einen Holzkessel mit einer Leistung von 550 KW, als Spitzenlast- und Ausfallkessel steht ein 1.000 KW leistender Gaskessel zur Verfügung. Mit der Inbetriebnahme werden in 33 Häusern etwa 13.000 qm beheizte Fläche über die neue Heizzentrale sowohl mit Heizenergie als auch warmem Wasser versorgt. Dieses erfolgt auf umweltneutrale Art, da die bei der Verbrennung entstehende Menge an CO 2 genau der Menge entspricht, die beim Wachstum der Bäume gebunden wird. Die Lieferung des Brennmaterials erfolgt durch die in Cuxhaven ansässige Firma Niemczyk; hier konnte nach bundesweiter Ausschreibung eine heimische Firma beauftragt werden und so der Ausstoß an CO2 bei der Anlieferung des Materials gering gehalten werden. Durch Einbau von derzeit behördlich noch nicht geforderten Filteranlagen werden bei der Heizzentrale bereits jetzt die Auflagen zukünftiger Richtlinien und Gesetze erfüllt.

Mit Umsetzung dieser Maßnahme sind rund 10 % der Wohnfläche der Wohnstätte Stade mittels regenerativer Energie versorgt. Damit ist die Wohnstätte auf dem besten Wege, die gesetzlich verankerten Ziele der Politik zu erfüllen.

Grundlast Holzkessel:
500 KW
Spitzenlast- und Ausfallkessel Gas:
1.000 KW
Pufferspeicher:
12.000 l
Brennstoffbunker:
125 cbm (= 3 Containerladungen)
Brennstoffbedarf:
ca. 10 cbm/d (Volllast ca. 21 cbm/d)
Einsparung CO2:
365 to/a (im Vgl. zum eingesparten Gas)
Trassenlänge:
ca. 1 km
Straßenquerungen:
3
Angeschlossene Häuser:
33
Abnehmer:
ca. 180 Wohnungen, Verwaltung Wohnstätte
Beheizte Fläche:
ca. 13.000 m²
Leitungen:
isoliertes Doppelrohr mit Lecküberwachung
Querschnitte:
DN 29 bis DN 65
Gesamtinvestitionskosten:
1,42 Mio Euro
Baubeginn:
08.03.2010
Einweihung:
01.10.2010
Bauherr:
Wohnstätte Stade Immobilien GmbH

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